Die Doppelte Heike

Die schönsten Geschichten schreibt eben doch das Leben selbst

Durch eine Verwechslung lernen sich zwei Autorinnen kennen, die nicht nur den gleichen Beruf, sondern den gleichen Namen tragen - und nicht nur das! Sie schreiben unter anderem für den gleichen christlichen Verlag, arbeiten beide in der Jugendarbeit der evangelischen Kirche und sind beide verheiratet, die Ehemänner heißen Gerhard. „Heute muss ich immer noch darüber lächeln, wie ich die andere Heike kennen gelernt habe“, meint die Mitherausgeberin der Lese-Drehscheibe Heike Schütz. „Eines Tages erhielt ich einen Anruf: Hallo, hier spricht Heike Schütz!

Zuerst war ich sprachlos, aber dann erinnerte ich mich an eine E-Mail.“ Über einen christlichen Verlag, für den die Mitherausgeberin schreibt, erhielt sie eines Tages eine Nachricht, in der ihr herzlich für ein Buch gedankt wird.An sich nichts Ungewöhnliches. Doch das Buch hat Heike Schütz gar nicht geschrieben.Sie kontaktierte den Verlag und erfuhr, dass es noch eine Heike Schütz gibt.

Eine Verwechslung, die sie schnell wieder vergessen hatte – bis zu diesem Anruf. Die Autorinnen telefonierten eine ganze Weile und in diesem Gespräch ergaben sich immer mehr Parallelen zwischen den beiden Heikes, die vor allem neben dem Namen eines gemeinsam haben:

die Liebe zum Lesen und Schreiben und den Wunsch, die Begeisterung weiterzugeben. „Dass der Name Heike Schütz nicht einmalig ist, ist mir aufgefallen, als ich mich das erste Mal selbst „gegoogelt“ habe“, erklärt die Religionspädagogin aus Ostfriesland. „An dieser Heike Schütz bin ich dann hängen geblieben, als ich auf ihrer Homepage war und das Gefühl hatte, in einen Spiegel zu sehen

.Das Bild von der zweiten Heike hatte sehr viel Ähnlichkeit mit mir in meiner Studentenzeit. Als mir später auffiel, dass auf den Seiten eines Online-Buchhandels sowohl die Bücher von mir, als auch von Heike Schütz geführt werden, unter allen Büchern aber einheitlich der Lebenslauf der anderen Heike stand, bin ich aktiv geworden und habe mich mit ihr in Verbindung gesetzt.“

Die zweifache Mutter und Diakonin Heike Schütz aus dem Norden Deutschlands hat ebenso wie ihre Namenskollegin aus dem Süden bereits mehrere Bücher veröffentlicht.Wie auch Heike Schütz aus Franken ist die Ostfriesin über ihre Arbeit zur Autorin geworden.

„Durch einen Zufall bin ich zum Schreiben gekommen. Ich musste während meiner ersten Schwangerschaft schon ab dem vierten Monat zu Hause bleiben und habe mich etwas gelangweilt. Da habe ich die Zeit nutzen und die Entwürfe für die Krabbelgottesdienste, die ich in den letzten Jahren in meiner Gemeinde gehalten hatte, in Reinschrift bringen wollen.

Dabei kam mir die Idee, diese gesammelten Stundenabläufe einfach mal an einen Verlag zu schicken.Ich fand es zu schade, diese vielen Ideen einfach in meiner Schublade für bereits durchgeführte Aktionen vertrocknen zu lassen.

Ich bat meine Schwester, mir zu den einzelnen Themen Bilder zu malen und damit das Manuskript zu illustrieren.Dann habe ich das Ganze an zwei Verlage geschickt. Von dem einen bekam ich eine Absage mit einer sehr vernichtenden Kritik.

Der zweite Verlag hatte genau so ein Buch geplant, aber keine Autorin gefunden und hat mein Manuskript wie es war begeistert angenommen.

Inzwischen schreibe ich für verschiedene Verlage, das ist ja auch bei meiner Namenskollegin so.“Beide sehen in Kindern und Jugendlichen ihre Hauptzielgruppen, wie gleichfalls weitere Schwerpunkte bei beiden Bildung und Glaube sind.

 

Lesen als Leidenschaft

Besonders das Lesen ist im Leben der Diakonin so wichtig, dass sie gar nicht zwischen dienstlich und privat unterscheiden kann.Auch wenn die Zeit mit zwei kleinen Kindern nicht mehr ganz so üppig ist, liest sie täglich. „Ich liebe die richtig dicken Schmöker. Historische Romane sind erst dann richtig gut, wenn sie mindestens 800 Seiten haben.

Aber auch alle anderen Bücher, ob dick oder dünn, Sachbuch, Fachbuch oder Roman lese ich gerne, genau wie Heike. Zurzeit habe ich gerade die Reihe „für Dummies“ für mich entdeckt.Bisher dachte ich, die gibt es nur für Computer-fragen, aber mitnichten! Die Bibel für Dummies hat endlich Fragen beantwortet, die nach dem Studium immer noch offen waren.“

An Gesprächsthemen fehlt es den beiden Autorinnen nicht, die sich seither regelmäßig austauschen und über Fachliteratur genauso plaudern wie über ihren Glauben oder die Kindererziehung.Beide sind sich einig, dass Lesen, Schreiben und die Auseinandersetzung mit Literatur heute ein wichtiger Schlüssel für Bildung und Lebenserfolg ist.

 

Gemeinsames Buch

„Da wir nicht nur den gleichen Namen, den gleichen Beruf, die gleiche Zielgruppe unserer Arbeit sondern auch einen gleichnamigen Ehemann haben – nämlich einen Gerhard Schütz – sind wir auf die Idee gekommen, auch gemeinsam ein Buch zu schreiben“, berichtet Heike Schütz von der Lese-Drehscheibe fröhlich.

„Was geplant ist, wird allerdings noch nicht verraten! Verlinkt haben wir uns jedenfalls schon und werden uns auf der Frankfurter Buchmesse dieses Jahr das erste Mal persönlich treffen.Darauf freue ich mich besonders!“ Um zukünftig Verwechslungen zu vermeiden, einigten sich die beiden Autorinnen darauf, den zweiten Vornamen mit zu erwähnen.

 

 

Nord: Heike J. Schütz:

Homepage: www.heike-schuetz.eu

 

 

 

Süd: Heike M. Schütz

Homepage: www.heike-schuetz.de

 

 

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